Speicherkraftwerk mit Nahwärmenetz in Mussum

Das Nahwärmenetz für die Ortschaft Mussum ist das neueste Unterfangen aus der Reihe der Unternehmungen der Wolbring GbR. Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen zu diesem spannenden und zukunftsträchtigen Projekt. 

Informationen zu dem Projekt &
häufig gestellte Fragen

 

1. Hintergrund

1.1. Was treibt uns an?

Klimawandel und der steigende globale Energiebedarf machen eine Abkehr vom heutigen, fossilen System der Energieversorgung notwendig. Neben ökonomischen Faktoren, weisen soziale und ökologische Faktoren eine tragende Rolle für eine moderne und nachhaltige Energieversorgung auf. Insbesondere der Wärmesektor spielt in der Energieversorgung mit über 50% Anteil am gesamten Endenergieverbrauch eine entscheidende Rolle. Da ein Großteil des Wärmeverbrauchs auf private Haushalte entfällt, spielen Wärmeversorgung und private Haushalte eine Schlüsselrolle in der Reduktion klimaschädlicher Abgase und dem Gelingen der Energiewende. Darüber hinaus besteht aufgrund einer hohen Quote von alten Heizungssystemen ein hohes Sanierungspotenzial. Eine regenerative Wärmeversorgung aus einem Nahwärmenetz vereint die Gesichtspunkte Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit. Sie bietet daher das ideale Werkzeug, um die anstehenden Herausforderungen intelligent und zukunftsfähig im Sinne unserer nachfolgenden Generationen zu lösen.

1.2. Was bedeutet das für Mussum?

Die Wolbring GbR bietet durch die Erweiterung des Nahwärmenetzes in Mussum interessierten Bürgern die Möglichkeit eine erneuerbare Wärmeversorgung mit langfristig günstigen Wärmekosten zu realisieren.

1.3. Wie wird die erneuerbare Wärme erzeugt?

Die erneuerbare Wärme wird mithilfe von Blockheizkraftwerken aus Biogas erzeugt, die Teil des Speicherkraftwerks der Wolbring GbR sind.

1.4. Was ist denn ein Speicherkraftwerk?

Ein regeneratives Speicherkraftwerk ist eine Kombination aus Kraftwerk und Energiespeicher. Es produziert Strom und Wärme blockweise – individuell abhängig vom Bedarf. Die erzeugte Wärme wird in einem Wärmespeicher zwischengespeichert und in das Wärmenetz eingespeist, wenn sie benötigt wird.

 

Der erzeugte Strom wird zu Hochpreiszeiten in das öffentliche Stromnetz abgegeben – immer dann, wenn nicht genug Strom aus Wind und Sonne zur Verfügung steht. Ein Speicherkraftwerk kann mit Biogas aus einer bestehenden Biogasanlage oder als Neuanlage realisiert werden.

 https://www.regeneratives-speicherkraftwerk.de/

1.5. Wie genau hilft das Speicherkraftwerk bei der Energiewende?

Der steigende Anteil volatiler, also schwankender Energieträger wie Wind und Sonne verstärken die zeitlichen Unterschiede zwischen Energiebedarf und Energieerzeugung. Beispielsweise wird in den Mittags- und Nachmittagsstunden der meiste Strom aus Photovoltaikanlagen produziert, gleichzeitig ist wiederum der Strombedarf der Menschen in den Abendstunden höher, da mehr Stromverbraucher wie Licht, Waschmaschine oder Fernseher im Haus genutzt werden. Damit diese zeitlichen Unterschiede nicht weiterhin mit fossilen Energieträgern aus Kohle, Erdgas oder Öl ausgeglichen werden, kann das Speicherkraftwerk den zusätzlichen Strombedarf flexibel ausgleichen. Der erzeugte Strom wird sofort ins Stromnetz eingespeist und die erzeugte Wärme kann entweder ebenfalls direkt genutzt werden oder über den Wärmespeicher zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgerecht genutzt werden.

1.6. Gibt es bereits praktische Erfahrungen mit der Wärmeversorgung über ein Nahwärmenetz in Mussum?

Ja, seit 2005 wird das Wohnhaus der Familie Wolbring und ein Nachbarhof beheizt. Weiterhin bezieht seit 2006 die Gasverdichterstation der BEW, und seit Ende September auch die örtliche Kreuzschule Mussum mit allen dazugehörigen Gebäuden erneuerbare Wärmeenergie.

1.7. Werden alle Haushalte an das Wärmenetz angeschlossen?

Da nur eine begrenzte Wärmemenge produziert werden darf, steht auch eine feste Wärme zur Verfügung. Es wird aber allen Gebäuden in den Erschließungsgebieten die Möglichkeit gegeben sich an das Wärmenetz anzuschließen und von den Vorteilen des Nahwärmenetzes zu profitieren. Aufgrund des flexiblen Betriebs und des großen Wärmespeichers können auch Industrieabnehmer mit hohem Leistungsbedarf versorgt  werden.

3. Nahwärmenetz

3.1. Was ist Nahwärme?
Der Begriff Nahwärme bezeichnet die Wärmeversorgung eines kleineren Gebiets durch eine Heizzentrale, die sich nahe dem zu versorgenden Gebiet befindet. Mit Hilfe von einem oder mehreren Wärmeerzeugern wird Wasser erwärmt und über ein verzweigtes Rohrleitungsnetz – das Nahwärmenetz – zu den Wärmabnehmern transportiert. Über einen Wärmetauscher, welcher sich in einer sogenannten Wärmeübergabestation befindet, wird die Wärme vom Nahwärmenetz auf das Heizungssystem des Wärmeabnehmers übertragen. Das abgekühlte Wasser fließt zurück zur Heizzentrale.
3.2. Wie kommt die Nahwärme in mein Haus?

Vom Nahwärmenetz in der Straße wird die Hausanschlussleitung über Ihr Grundstück in den Heizungsraum verlegt und an die Wärmeübergabestation oder Hausübergabestation angeschlossen. Dafür ist eine Kernbohrung erforderlich, durch die die Hausanschlussleitungen (Vorlauf und Rücklauf) in das Gebäude geführt werden. Danach wird die Wand wieder fachgerecht verschlossen.

3.3. Welche Funktion hat die Hausübergabestation?
Das heiße Wasser des Nahwärmenetzes wird mit Hilfe von Pumpen zu den Häusern transportiert (Vorlauf). Die Hausübergabestation enthält einen Wärmetauscher, der die Wärme auf den hausinternen Heizkreislauf überträgt. Das abgekühlte Wasser fließt zurück in das Nahwärmenetz zur Heizzentrale (Rücklauf). Über den Wasserdurchfluss und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf wird mit Hilfe eines geeichten Wärmemengenzählers die abgenommene Wärme gemessen.
3.4. Wer übernimmt die Hausanschlusskosten?

Im Zuge des Wärmenetzausbaus übernimmt der Betreiber des Nahwärmenetzes die Kosten für die Tief- und Rohrbauarbeiten bis in ihr Haus. Auch die Installation und Anbindung der Hausübergabestation übernimmt der Betreiber. Die Hausübergabestation bleibt dabei im Eigentum des Betreibers, wobei dieser auch anfallende Kosten für Wartung und Reparaturen übernimmt. Alles jenseits der Übergabestation fällt in die Zuständigkeit des Hauseigentümers. So z.B. die Einbindung des hausinternen Heizkreislaufs (Neuanbindung an die Hausbergabestation). Je nach Gebäude können diese Kosten variieren und liegen erfahrungsgemäß zwischen 1.000 und 2.500 €. Bei einem nachträglichen Anschluss an eine bestehende Trasse werden die Anschlusskosten individuell berechnet.

3.5. Wer richtet die Hoffläche wieder her?
Die vom Betreiber des Wärmenetzes beauftragte Baufirma wird die Oberflächen bestmöglich wieder herstellen. Sollten Sie Aufwertungen vornehmen wollen, sind diese selbst zu tragen.
3.6. Wird mein Gasanschluss zurückgebaut?

Nein, der Gasanschluss wird lediglich nach Vorgaben des Gasversorgers sicher verschlossen.

3.7. Können zwei Grundstücke über eine gemeinsame Hausanschlussleitung angeschlossen werden?

Das ist aus technischer Sicht kein Problem. Bei verschiedenen Eigentümern muss, um die Wärmelieferung beider Anschlussnehmer sicherstellen zu können, eine Dienstbarkeit (Nutzungsrecht) eingetragen werden.

3.8. Kann ich meine alte Heizungsanlage in Betrieb lassen?

„Jein“. Handelt es sich um eine Solarthermieanlage oder einen Kachelofen ist eine Kombination mit der Nahwärme möglich und aus ökologischen Gesichtspunkten auch wünschenswert. Bei fossil betriebenen Heizungsanlagen bitten wir Sie, die Heizung still zu legen bzw. auszubauen. Letztendlich wird das Wärmenetz ja gebaut, um fossile Energieträger zu ersetzen.

3.9. Ich habe noch Heizöl in meinem Tank. Kann ich auch erst zu einem späteren Zeitpunkt Wärme abnehmen?

Bei geringen Restmengen kann das Heizöl noch verbraucht werden, bis Sie an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. In der Regel gewährt der Betreiber eine Übergabefrist zwischen 1 und 2 Jahren. Die Details dazu regelt der Wärmeliefervertrag.

3.10. Kann ich mich auch zu einem späteren Zeitpunkt anschließen lassen?

„Jein.“ Während der Planungsphase eines Nahwärmeprojektes wird der Wärmebedarf der Interessenten ermittelt. Anhand dieser Daten wird im Anschluss das Wärmenetz ausgelegt. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Interessenten hinzukommen, können diese unter Umständen nicht angeschlossen werden, wenn die Auslastungsgrenze des Nahwärmenetzes erreicht ist. Außerdem sind die Kosten für einen nachträglichen Anschluss deutlich teurer und müssen zu großen Teilen auf dem Wärmekunden umgelegt werden.

3.11. Kann die Nahwärme auch für Niedrigtemperaturheizanlagen (Fußbodenheizung) genutzt werden?

Das ist problemlos möglich. Auch wenn über das Nahwärmenetz immer mindestens 70°C anliegen, wird mit Hilfe eines Mischventils die Heizungsvorlauftemperatur jederzeit auf das gewünschte Niveau abgesenkt.

3.12. Kann ich bei der Nahwärme auch eine Tag- und Nachtabschaltung eingeben und im Sommer die Heizung ausmachen?

Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist mit einem sehr modernen Steuerungs- und Regelungssystem verbunden. Auch Nachtabsenkungen, Einstellung der Warmwassertemperatur, Zeitprogrammierungen, Außentemperatursteuerung, Frostschutz, Ferien- und Wochenendprogrammierung etc. sind möglich. Sie können ihre bisherige Regelung komplett ersetzten und dadurch effizienter gestalten. Des Weiteren werden die Stationen so ausgestattet, dass Sie kompatibel zu Smart-Home Lösungen sind.

3.13. Wer übernimmt die Wartung des Wärmenetzes?

Der Betreiber des Netzes ist für die Wartung der Leitungen bis zur Hausübergabestation und für die Wartung der Übergabestation selbst verantwortlich. Für das hausinterne Heizungsnetz vom Heizungsraum bis zum Heizkörper bleiben Sie als Eigentümer verantwortlich.

3.14. Ist die Wärmelieferung auch sicher?

Der Betreiber des Wärmenetzes garantiert Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit. Da das Speicherkraftwerk mehrfach abgesichert ist und im absoluten Ausnahmefall alternative Erzeugungseinheiten zur Verfügung stehen, besteht kein Risiko, dass die Wärmeversorgung über einen längeren Zeitraum ausfällt. Bei Wartungsarbeiten oder Störungen kann zudem genug Wärme durch den großen 1.000 m³ Wärmespeicher zur Verfügung gestellt werden.

3.15. Kann eine Leitung im Netz kaputt gehen?
Bei jedem technischen Bauteil besteht das Risiko, dass es irgendwann einen Defekt aufweist. Die Lebensdauer eines Nahwärmerohrs liegt bei min. 50 Jahren. Das Wärmenetz und die Wärmeübergabetechnik wird dauerhaft fernüberwacht.
3.16. Gibt es eine Mindestabnahmemenge?

Nein, eine Mindestabnahmemenge halten wir aus ökologischen Gründen für nicht vertretbar.

3.17. Welchen Primärenergiefaktor hat die Nahwärme?

Die produzierte Wärme hat einen Primärenergiefaktor von 0. Diese Zahl ist insbesondere beim Umbau oder Neubau hochinteressant, da sich hierdurch besonders attraktive KfW-Kredite realisieren lassen. In Anschaffung und Betrieb teure Wärmepumpen oder alternative erneuerbare Energien können vollständig entfallen. Hierdurch können schnell 10.000€ und mehr eingespart werden.

3.18. Hat die Nahwärme Einfluss auf den Wert meiner Immobilie?

Ja, das hat Sie! Sie können sicher sein, dass der Wert ihrer Immobilie deutlich steigt. Schließlich muss ein potentieller Käufer nicht mehr den teuren Austausch, Wartung und Pflege einer fossilen Wärmeversorgung einkalkulieren. Weiterhin sind die Kosten für die Wärme sehr wettbewerbsfähig und gut kalkulierbar.

3.19. Warum sollte ich auf Nahwärme umsteigen?

Sie sind unabhängiger von fossilen Energien, die einerseits immer teurer werden, andererseits auch starken Preisschwankungen unterliegen. Die Spekulation, wann der beste Zeitpunkt zum Öleinkauf ist, entfällt. Stattdessen werden hocheffizient über Kraft-Wärme-Kopplung bedarfsgerecht Strom und erzeugt – und das mit landwirtschaftlichen Substraten und Reststoffen aus dem direkten Umfeld Mussums. Das Geld bleibt in der Region und weitere Transportwege entfallen. Damit sinken die CO2-Emissionen gleich doppelt. Desweiteren benötigen Sie keine eigene Heizungsanlage mehr, es entfallen Wartungs-, Instandhaltungs- und Investitionskosten in eine neue Heizungsanlage. Auch um verschärfte Abgasnormen müssen Sie sich keine Gedanken machen. Zusätzlich wird im Haus durch den Wegfall der Heizung Platz geschaffen, den Sie anderweitig nutzen können. Wir garantieren Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit – eine defekte Heizungsanlage mitten im Winter, kann Ihnen nicht (mehr) passieren.

3.20. Nahwärme – Ihre Vorteile im Überblick
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Rohstoffpreisen
  • Dauerhaft günstigere und kalkulierbare Heizkosten
  • Kein Wartungsaufwand für die Heizung, keine Schornsteinfegerkosten
  • Es wird nur die Energie bezahlt die sie auch verbrauchen – es gibt daher keine Wirkungsgradverluste
  • Volle Versorgungssicherheit durch die mehrfach abgesicherte Heizzentrale und den großen Wärmespeicher
  • Platzsparende Hausübergabestation ohne Brennstofftank
  • Modernste Regelungstechnik und Möglichkeit von Smart-Home Anwendungen
  • Wertsteigerung für alle angeschlossenen Mussumer Immobilien
  • Energie aus der Region – für die Region, umgesetzt mit regionalen Unternehmen.
  • Schonung der Umwelt und Vermeidung klimaschädlicher Emissionen

2. Das Projekt

2.1. Wo befindet sich die Heizzentrale?

Die Heizzentrale sowie die BHWKs und der Wärmespeicher befinden sich auf dem Gelände des Hofes Wolbring und sind Teil des Speicherkraftwerks.

2.2. Mit welchen Brennstoffen werden die Blockheizkraftwerke betrieben?

Die Blockheizkraftwerke werden mit Biogas betrieben, das dezentral erzeugt und zwischengespeichert wird.

2.3. Wofür werden die Blockheizkraftwerke genutzt?

Die Blockheizkraftwerke produzieren in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme. Der Strom wird in das Stromnetz eingespeist und ersetzt Strom aus fossilen Brennstoffen.

Die gleichzeitig erzeugte Wärme wird zusammen mit dem Wärmespeicher für das Wärmenetz genutzt.

Regional

  • Regionale Wärmeerzeugung und Verbrauch
  • Keine Brennstoffimporte
  • Regionale Wertschöpfung

 

Nachhaltig

  • Sie leisten Ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende
  • Wärme aus fossilen Brennstoffen wird ersetzt
  • hohes Einsparpotenzial
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • CO2-Einsparung

Sicher

  • Wärmebezug ist komfortabel, versorgungssicher und einfach
  • kein Brennstoff, keine zusätzliche Technik
  • Preisstabilität
  • Wartungsfrei, kein Schornsteinfeger
  • keine Kosten-Überraschungen
  • kein Ausfall, um den Sie sich kümmern müssen
  • Kein COPreis

4. Biogas

4.1 Was ist Biogas überhaupt?

Biogas entsteht bei der Vergärung von Biomasse. Dabei setzen Mikroorganismen die Biogasrohstoffe in das Methan um. Als Rohstoffe können vergärbare biomassehaltige Reststoffe, Wirtschaftsdünger, Pflanzenreste und nachwachsende Energiepflanzen genutzt werden. Das Biogas wird bei der Vergärung gesammelt und für die Nutzung als Biogas aufbereitet.

 Biogas ist im Übrigen ein brennbarer Stoff, aber keineswegs besonders explosiv, denn es enthält nur etwa 50 – 55 % Methan. Dennoch sind die Vorschriften für Lagerung von Biogas schärfer als für reines Methan (Erdgas).

4.2 Was sind Mikroorganismen? Wie entsteht das Biogas?

Was ist Biogas überhaupt?

Biogas ist Methan und entsteht in der Biogasanlage unter Sauerstoffabschluß beim Abbau von Substraten wie z.B. Mais durch Mikroorganismen. Dies läuft in 4 Phasen ab.

1. Phase: Die Hydrolyse

Die Mikroorganismen können z.B. Kohlenhydrate nicht direkt in die Zelle aufnehmen. Daher werden zuerst verschiedene Enzyme von den Mikroorganismen ausgeschieden. Durch diese Enzyme werden dann Kohlenhydrate in lösliche Zucker und Fette in ihre Bestandteile wie z.B. Fettsäuren und Glycerin zerlegt (Hydrolyse).

2. Phase: Die Versäuerungsphase

Die Produkte der Hydrolyse werden jetzt durch säurebildende Mikroorganismen verstoffwechselt und es entstehen z.B. Fett-, Carbonsäuren und Alkohole. Außerdem entstehen Essigsäure (Acetat), Wasserstoff und Kohlendioxid welche als Ausgangsprodukte für die Methanbildung dienen.

3. Phase: Die essigbildende Phase

Während der essigbildenden Phase werden die niederen Fett- und Carbonsäuren sowie die niederen Alkohole zu Essigsäure (Acetat) umgewandelt.

4. Phase: Die methanbildende Phase

Essigsäure wird durch Methanbildner zu Kohlenstoffdioxid und Methan umgewandelt.

Etwa 30 % des Methans entsteht durch Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff, dadurch entsteht zum einen Methan aber auch Wasser.

Das Methan wird in der Kuppel abgesaugt und zu einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Verbrennung transportiert. Durch die Verbrennung von Methan entsteht als Hauptprodukt Strom und als Nebenprodukt Wärme.

4.3 Wo kommt das Biogas her?

Der Standort der Biogasanlage befindet sich nördlich von Mussum und verfügt neben der Biogasproduktion über einen großen Biogasspeicher, sodass das produzierte Biogas bedarfsgerecht für die BHKWs genutzt werden kann.

4.4 Was hat das Vorhaben mit Tierhaltung zu tun?

Bei der Tierhaltung fallen Gülle und Mist an. Diese sehr geruchsintensiven Stoffe werden in der Biogasanlage zur Biogaserzeugung genutzt. Danach dienen sie als wertvoller organischer Volldünger zur Pflanzenernährung. Bei der Ausbringung dieses Gärsubstrates entstehen deutlich weniger Geruchsemmissionen und das Grundwasser wird geschont.

4.5 Wird durch das Vorhaben mehr Mais angebaut?

Nein, es wird tatsächlich weniger Mais benötigt. Das neue BHKW ist noch energieeffizienter und  verbraucht für die Produktion der gleichen Strommenge weniger Biogas. Dadurch reduziert sich der Anbau.

4.6 Ist Biogas die Zukunft?

Biogas und allgemein die Bioenergie stellt eine bedeutende Rolle in der Energiewende dar. Als speicherbare und flexibel einsetzbare erneuerbare Energieform bildet sie die Grundlage für den Ausbau der Sonnen- und Windenergie. Außerdem beschränkt sich die Bioenergie nicht nur auf den Stromsektor, sondern ist ebenfalls flexibel für den Wärmesektor einsetzbar.

4.7 Warum ist Biogas wichtig?

Der Umgang und Einsatz von Biogas in BHKWs erfolgt mit hohen Wirkungsgraden und ist dank jahrzehntelanger Praxiserfahrung effizient und alltagstauglich. Als Unterstützung anderer erneuerbarer Energiequellen kann Biogas das Potenzial der Energiewende und einer klimaneutralen Energieversorgung weiter voranbringen.

4.8 Was ist der Unterschied zwischen Biogas und Biomethan?

Biomethan bezeichnet aufbereitetes Biogas, welches einen Methananteil von mindestens 98% aufweist und somit ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Insbesondere große Biogasanlagen oder Zusammenschlüsse mehrerer Anlagen speisen ihr aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz, da die daraus möglichen Strom- und Wärmemengen lokal nicht sinnvoll genutzt werden können. Das Biomethan kann bilanziell aus dem Gasnetz bezogen werden, sodass an einem Standort ohne den Aufbau einer eigenen Biogasproduktion, Biomethan genutzt werden kann.

5. Wie geht es weiter?

5.1 Wie geht das Projekt weiter?

Die Erschließung des Netzes beschränkt sich auf folgende Gebiete: Erschliessungsgebiete

5.2 Wo bekomme ich weitere Informationen?

Telefon
Josef Wolbring:

+49 170 2081865

Das Nahwärmenetz wird in Zusammenarbeit mit der Energethik Ingenieurgesellschaft umgesetzt. Auf der Internetseite der Energethik Ingenieure finden Sie weitere wertvolle Informationen zu den Themen Speicherkraftwerk und Nahwärmenetze.

1. Hintergrund

1.1. Was treibt uns an?

Klimawandel und der steigende globale Energiebedarf machen eine Abkehr vom heutigen, fossilen System der Energieversorgung notwendig. Neben ökonomischen Faktoren, weisen soziale und ökologische Faktoren eine tragende Rolle für eine moderne und nachhaltige Energieversorgung auf. Insbesondere der Wärmesektor spielt in der Energieversorgung mit über 50% Anteil am gesamten Endenergieverbrauch eine entscheidende Rolle. Da ein Großteil des Wärmeverbrauchs auf private Haushalte entfällt, spielen Wärmeversorgung und private Haushalte eine Schlüsselrolle in der Reduktion klimaschädlicher Abgase und dem Gelingen der Energiewende. Darüber hinaus besteht aufgrund einer hohen Quote von alten Heizungssystemen ein hohes Sanierungspotenzial. Eine regenerative Wärmeversorgung aus einem Nahwärmenetz vereint die Gesichtspunkte Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit. Sie bietet daher das ideale Werkzeug, um die anstehenden Herausforderungen intelligent und zukunftsfähig im Sinne unserer nachfolgenden Generationen zu lösen.

1.2. Was bedeutet das für Mussum?

Die Wolbring GbR bietet durch die Erweiterung des Nahwärmenetzes in Mussum interessierten Bürgern die Möglichkeit eine erneuerbare Wärmeversorgung mit langfristig günstigen Wärmekosten zu realisieren.

1.3. Wie wird die erneuerbare Wärme erzeugt?

Die erneuerbare Wärme wird mithilfe von Blockheizkraftwerken aus Biogas erzeugt, die Teil des Speicherkraftwerks der Wolbring GbR sind.

1.4. Was ist denn ein Speicherkraftwerk?

Ein regeneratives Speicherkraftwerk ist eine Kombination aus Kraftwerk und Energiespeicher. Es produziert Strom und Wärme blockweise – individuell abhängig vom Bedarf. Die erzeugte Wärme wird in einem Wärmespeicher zwischengespeichert und in das Wärmenetz eingespeist, wenn sie benötigt wird.

 

Der erzeugte Strom wird zu Hochpreiszeiten in das öffentliche Stromnetz abgegeben – immer dann, wenn nicht genug Strom aus Wind und Sonne zur Verfügung steht. Ein Speicherkraftwerk kann mit Biogas aus einer bestehenden Biogasanlage oder als Neuanlage realisiert werden.

 https://www.regeneratives-speicherkraftwerk.de/

1.5. Wie genau hilft das Speicherkraftwerk bei der Energiewende?

Der steigende Anteil volatiler, also schwankender Energieträger wie Wind und Sonne verstärken die zeitlichen Unterschiede zwischen Energiebedarf und Energieerzeugung. Beispielsweise wird in den Mittags- und Nachmittagsstunden der meiste Strom aus Photovoltaikanlagen produziert, gleichzeitig ist wiederum der Strombedarf der Menschen in den Abendstunden höher, da mehr Stromverbraucher wie Licht, Waschmaschine oder Fernseher im Haus genutzt werden. Damit diese zeitlichen Unterschiede nicht weiterhin mit fossilen Energieträgern aus Kohle, Erdgas oder Öl ausgeglichen werden, kann das Speicherkraftwerk den zusätzlichen Strombedarf flexibel ausgleichen. Der erzeugte Strom wird sofort ins Stromnetz eingespeist und die erzeugte Wärme kann entweder ebenfalls direkt genutzt werden oder über den Wärmespeicher zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgerecht genutzt werden.

1.6. Gibt es bereits praktische Erfahrungen mit der Wärmeversorgung über ein Nahwärmenetz in Mussum?

Ja, seit 2005 wird das Wohnhaus der Familie Wolbring und ein Nachbarhof beheizt. Weiterhin bezieht seit 2006 die Gasverdichterstation der BEW, und seit Ende September auch die örtliche Kreuzschule Mussum mit allen dazugehörigen Gebäuden erneuerbare Wärmeenergie.

1.7. Werden alle Haushalte an das Wärmenetz angeschlossen?

Da nur eine begrenzte Wärmemenge produziert werden darf, steht auch eine feste Wärme zur Verfügung. Es wird aber allen Gebäuden in den Erschließungsgebieten die Möglichkeit gegeben sich an das Wärmenetz anzuschließen und von den Vorteilen des Nahwärmenetzes zu profitieren. Aufgrund des flexiblen Betriebs und des großen Wärmespeichers können auch Industrieabnehmer mit hohem Leistungsbedarf versorgt  werden.

2. Das Projekt

2.1. Wo befindet sich die Heizzentrale?

Die Heizzentrale sowie die BHWKs und der Wärmespeicher befinden sich auf dem Gelände des Hofes Wolbring und sind Teil des Speicherkraftwerks.

2.2. Mit welchen Brennstoffen werden die Blockheizkraftwerke betrieben?

Die Blockheizkraftwerke werden mit Biogas betrieben, das dezentral erzeugt und zwischengespeichert wird.

2.3. Wofür werden die Blockheizkraftwerke genutzt?

Die Blockheizkraftwerke produzieren in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme. Der Strom wird in das Stromnetz eingespeist und ersetzt Strom aus fossilen Brennstoffen.

Die gleichzeitig erzeugte Wärme wird zusammen mit dem Wärmespeicher für das Wärmenetz genutzt.

3. Nahwärmenetz

3.1. Was ist Nahwärme?
Der Begriff Nahwärme bezeichnet die Wärmeversorgung eines kleineren Gebiets durch eine Heizzentrale, die sich nahe dem zu versorgenden Gebiet befindet. Mit Hilfe von einem oder mehreren Wärmeerzeugern wird Wasser erwärmt und über ein verzweigtes Rohrleitungsnetz – das Nahwärmenetz – zu den Wärmabnehmern transportiert. Über einen Wärmetauscher, welcher sich in einer sogenannten Wärmeübergabestation befindet, wird die Wärme vom Nahwärmenetz auf das Heizungssystem des Wärmeabnehmers übertragen. Das abgekühlte Wasser fließt zurück zur Heizzentrale.
3.2. Wie kommt die Nahwärme in mein Haus?

Vom Nahwärmenetz in der Straße wird die Hausanschlussleitung über Ihr Grundstück in den Heizungsraum verlegt und an die Wärmeübergabestation oder Hausübergabestation angeschlossen. Dafür ist eine Kernbohrung erforderlich, durch die die Hausanschlussleitungen (Vorlauf und Rücklauf) in das Gebäude geführt werden. Danach wird die Wand wieder fachgerecht verschlossen.

3.3. Welche Funktion hat die Hausübergabestation?
Das heiße Wasser des Nahwärmenetzes wird mit Hilfe von Pumpen zu den Häusern transportiert (Vorlauf). Die Hausübergabestation enthält einen Wärmetauscher, der die Wärme auf den hausinternen Heizkreislauf überträgt. Das abgekühlte Wasser fließt zurück in das Nahwärmenetz zur Heizzentrale (Rücklauf). Über den Wasserdurchfluss und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf wird mit Hilfe eines geeichten Wärmemengenzählers die abgenommene Wärme gemessen.
3.4. Wer übernimmt die Hausanschlusskosten?

Im Zuge des Wärmenetzausbaus übernimmt der Betreiber des Nahwärmenetzes die Kosten für die Tief- und Rohrbauarbeiten bis in ihr Haus. Auch die Installation und Anbindung der Hausübergabestation übernimmt der Betreiber. Die Hausübergabestation bleibt dabei im Eigentum des Betreibers, wobei dieser auch anfallende Kosten für Wartung und Reparaturen übernimmt. Alles jenseits der Übergabestation fällt in die Zuständigkeit des Hauseigentümers. So z.B. die Einbindung des hausinternen Heizkreislaufs (Neuanbindung an die Hausbergabestation). Je nach Gebäude können diese Kosten variieren und liegen erfahrungsgemäß zwischen 1.000 und 2.500 €. Bei einem nachträglichen Anschluss an eine bestehende Trasse werden die Anschlusskosten individuell berechnet.

3.5. Wer richtet die Hoffläche wieder her?
Die vom Betreiber des Wärmenetzes beauftragte Baufirma wird die Oberflächen bestmöglich wieder herstellen. Sollten Sie Aufwertungen vornehmen wollen, sind diese selbst zu tragen.
3.6. Wird mein Gasanschluss zurückgebaut?

Nein, der Gasanschluss wird lediglich nach Vorgaben des Gasversorgers sicher verschlossen.

3.7. Können zwei Grundstücke über eine gemeinsame Hausanschlussleitung angeschlossen werden?

Das ist aus technischer Sicht kein Problem. Bei verschiedenen Eigentümern muss, um die Wärmelieferung beider Anschlussnehmer sicherstellen zu können, eine Dienstbarkeit (Nutzungsrecht) eingetragen werden.

3.8. Kann ich meine alte Heizungsanlage in Betrieb lassen?

„Jein“. Handelt es sich um eine Solarthermieanlage oder einen Kachelofen ist eine Kombination mit der Nahwärme möglich und aus ökologischen Gesichtspunkten auch wünschenswert. Bei fossil betriebenen Heizungsanlagen bitten wir Sie, die Heizung still zu legen bzw. auszubauen. Letztendlich wird das Wärmenetz ja gebaut, um fossile Energieträger zu ersetzen.

3.9. Ich habe noch Heizöl in meinem Tank. Kann ich auch erst zu einem späteren Zeitpunkt Wärme abnehmen?

Bei geringen Restmengen kann das Heizöl noch verbraucht werden, bis Sie an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. In der Regel gewährt der Betreiber eine Übergabefrist zwischen 1 und 2 Jahren. Die Details dazu regelt der Wärmeliefervertrag.

3.10. Kann ich mich auch zu einem späteren Zeitpunkt anschließen lassen?

„Jein.“ Während der Planungsphase eines Nahwärmeprojektes wird der Wärmebedarf der Interessenten ermittelt. Anhand dieser Daten wird im Anschluss das Wärmenetz ausgelegt. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Interessenten hinzukommen, können diese unter Umständen nicht angeschlossen werden, wenn die Auslastungsgrenze des Nahwärmenetzes erreicht ist. Außerdem sind die Kosten für einen nachträglichen Anschluss deutlich teurer und müssen zu großen Teilen auf dem Wärmekunden umgelegt werden.

3.11. Kann die Nahwärme auch für Niedrigtemperaturheizanlagen (Fußbodenheizung) genutzt werden?

Das ist problemlos möglich. Auch wenn über das Nahwärmenetz immer mindestens 70°C anliegen, wird mit Hilfe eines Mischventils die Heizungsvorlauftemperatur jederzeit auf das gewünschte Niveau abgesenkt.

3.12. Kann ich bei der Nahwärme auch eine Tag- und Nachtabschaltung eingeben und im Sommer die Heizung ausmachen?

Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist mit einem sehr modernen Steuerungs- und Regelungssystem verbunden. Auch Nachtabsenkungen, Einstellung der Warmwassertemperatur, Zeitprogrammierungen, Außentemperatursteuerung, Frostschutz, Ferien- und Wochenendprogrammierung etc. sind möglich. Sie können ihre bisherige Regelung komplett ersetzten und dadurch effizienter gestalten. Des Weiteren werden die Stationen so ausgestattet, dass Sie kompatibel zu Smart-Home Lösungen sind.

3.13. Wer übernimmt die Wartung des Wärmenetzes?

Der Betreiber des Netzes ist für die Wartung der Leitungen bis zur Hausübergabestation und für die Wartung der Übergabestation selbst verantwortlich. Für das hausinterne Heizungsnetz vom Heizungsraum bis zum Heizkörper bleiben Sie als Eigentümer verantwortlich.

3.14. Ist die Wärmelieferung auch sicher?

Der Betreiber des Wärmenetzes garantiert Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit. Da das Speicherkraftwerk mehrfach abgesichert ist und im absoluten Ausnahmefall alternative Erzeugungseinheiten zur Verfügung stehen, besteht kein Risiko, dass die Wärmeversorgung über einen längeren Zeitraum ausfällt. Bei Wartungsarbeiten oder Störungen kann zudem genug Wärme durch den großen 1.000 m³ Wärmespeicher zur Verfügung gestellt werden.

3.15. Kann eine Leitung im Netz kaputt gehen?
Bei jedem technischen Bauteil besteht das Risiko, dass es irgendwann einen Defekt aufweist. Die Lebensdauer eines Nahwärmerohrs liegt bei etwa 40-50 Jahren. Das Wärmenetz und die Wärmeübergabetechnik wird dauerhaft fernüberwacht.
3.16. Gibt es eine Mindestabnahmemenge?

Nein, eine Mindestabnahmemenge halten wir aus ökologischen Gründen für nicht vertretbar.

3.17. Welchen Primärenergiefaktor hat die Nahwärme?

Die produzierte Wärme hat einen Primärenergiefaktor von 0. Diese Zahl ist insbesondere beim Umbau oder Neubau hochinteressant, da sich hierdurch besonders attraktive KfW-Kredite realisieren lassen. In Anschaffung und Betrieb teure Wärmepumpen oder alternative erneuerbare Energien können vollständig entfallen. Hierdurch können schnell 10.000€ und mehr eingespart werden.

3.18. Hat die Nahwärme Einfluss auf den Wert meiner Immobilie?

Ja, das hat Sie! Sie können sicher sein, dass der Wert ihrer Immobilie deutlich steigt. Schließlich muss ein potentieller Käufer nicht mehr den teuren Austausch, Wartung und Pflege einer fossilen Wärmeversorgung einkalkulieren. Weiterhin sind die Kosten für die Wärme sehr wettbewerbsfähig und gut kalkulierbar.

3.19. Warum sollte ich auf Nahwärme umsteigen?

Sie sind unabhängiger von fossilen Energien, die einerseits immer teurer werden, andererseits auch starken Preisschwankungen unterliegen. Die Spekulation, wann der beste Zeitpunkt zum Öleinkauf ist, entfällt. Stattdessen werden hocheffizient über Kraft-Wärme-Kopplung bedarfsgerecht Strom und erzeugt – und das mit landwirtschaftlichen Substraten und Reststoffen aus dem direkten Umfeld Mussums. Das Geld bleibt in der Region und weitere Transportwege entfallen. Damit sinken die CO2-Emissionen gleich doppelt. Desweiteren benötigen Sie keine eigene Heizungsanlage mehr, es entfallen Wartungs-, Instandhaltungs- und Investitionskosten in eine neue Heizungsanlage. Auch um verschärfte Abgasnormen müssen Sie sich keine Gedanken machen. Zusätzlich wird im Haus durch den Wegfall der Heizung Platz geschaffen, den Sie anderweitig nutzen können. Wir garantieren Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit – eine defekte Heizungsanlage mitten im Winter, kann Ihnen nicht (mehr) passieren.

3.20. Nahwärme – Ihre Vorteile im Überblick
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Rohstoffpreisen
  • Dauerhaft günstigere und kalkulierbare Heizkosten
  • Kein Wartungsaufwand für die Heizung, keine Schornsteinfegerkosten
  • Es wird nur die Energie bezahlt die sie auch verbrauchen – es gibt daher keine Wirkungsgradverluste
  • Volle Versorgungssicherheit durch die mehrfach abgesicherte Heizzentrale und den großen Wärmespeicher
  • Platzsparende Hausübergabestation ohne Brennstofftank
  • Modernste Regelungstechnik und Möglichkeit von Smart-Home Anwendungen
  • Wertsteigerung für alle angeschlossenen Mussumer Immobilien
  • Energie aus der Region – für die Region, umgesetzt mit regionalen Unternehmen.
  • Schonung der Umwelt und Vermeidung klimaschädlicher Emissionen

4. Biogas

4.1 Was ist Biogas überhaupt?

Biogas entsteht bei der Vergärung von Biomasse. Dabei setzen Mikroorganismen die Biogasrohstoffe in das Methan um. Als Rohstoffe können vergärbare biomassehaltige Reststoffe, Wirtschaftsdünger, Pflanzenreste und nachwachsende Energiepflanzen genutzt werden. Das Biogas wird bei der Vergärung gesammelt und für die Nutzung als Biogas aufbereitet.

 Biogas ist im Übrigen ein brennbarer Stoff, aber keineswegs besonders explosiv, denn es enthält nur etwa 50 – 55 % Methan. Dennoch sind die Vorschriften für Lagerung von Biogas schärfer als für reines Methan (Erdgas).

4.2 Was sind Mikroorganismen? Wie entsteht das Biogas?

Was ist Biogas überhaupt?

Biogas ist Methan und entsteht in der Biogasanlage unter Sauerstoffabschluß beim Abbau von Substraten wie z.B. Mais durch Mikroorganismen. Dies läuft in 4 Phasen ab.

1. Phase: Die Hydrolyse

Die Mikroorganismen können z.B. Kohlenhydrate nicht direkt in die Zelle aufnehmen. Daher werden zuerst verschiedene Enzyme von den Mikroorganismen ausgeschieden. Durch diese Enzyme werden dann Kohlenhydrate in lösliche Zucker und Fette in ihre Bestandteile wie z.B. Fettsäuren und Glycerin zerlegt (Hydrolyse).

2. Phase: Die Versäuerungsphase

Die Produkte der Hydrolyse werden jetzt durch säurebildende Mikroorganismen verstoffwechselt und es entstehen z.B. Fett-, Carbonsäuren und Alkohole. Außerdem entstehen Essigsäure (Acetat), Wasserstoff und Kohlendioxid welche als Ausgangsprodukte für die Methanbildung dienen.

3. Phase: Die essigbildende Phase

Während der essigbildenden Phase werden die niederen Fett- und Carbonsäuren sowie die niederen Alkohole zu Essigsäure (Acetat) umgewandelt.

4. Phase: Die methanbildende Phase

Essigsäure wird durch Methanbildner zu Kohlenstoffdioxid und Methan umgewandelt.

Etwa 30 % des Methans entsteht durch Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff, dadurch entsteht zum einen Methan aber auch Wasser.

Das Methan wird in der Kuppel abgesaugt und zu einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Verbrennung transportiert. Durch die Verbrennung von Methan entsteht als Hauptprodukt Strom und als Nebenprodukt Wärme.

4.3 Wo kommt das Biogas her?

Der Standort der Biogasanlage befindet sich nördlich von Mussum und verfügt neben der Biogasproduktion über einen großen Biogasspeicher, sodass das produzierte Biogas bedarfsgerecht für die BHKWs genutzt werden kann.

4.4 Was hat das Vorhaben mit Tierhaltung zu tun?

Bei der Tierhaltung fallen Gülle und Mist an. Diese sehr geruchsintensiven Stoffe werden in der Biogasanlage zur Biogaserzeugung genutzt. Danach dienen sie als wertvoller organischer Volldünger zur Pflanzenernährung. Bei der Ausbringung dieses Gärsubstrates entstehen deutlich weniger Geruchsemmissionen und das Grundwasser wird geschont.

4.5 Wird durch das Vorhaben mehr Mais angebaut?

Nein, es wird tatsächlich weniger Mais benötigt. Das neue BHKW ist noch energieeffizienter und  verbraucht für die Produktion der gleichen Strommenge weniger Biogas. Dadurch reduziert sich der Anbau.

4.6 Ist Biogas die Zukunft?

Biogas und allgemein die Bioenergie stellt eine bedeutende Rolle in der Energiewende dar. Als speicherbare und flexibel einsetzbare erneuerbare Energieform bildet sie die Grundlage für den Ausbau der Sonnen- und Windenergie. Außerdem beschränkt sich die Bioenergie nicht nur auf den Stromsektor, sondern ist ebenfalls flexibel für den Wärmesektor einsetzbar.

4.7 Warum ist Biogas wichtig?

Der Umgang und Einsatz von Biogas in BHKWs erfolgt mit hohen Wirkungsgraden und ist dank jahrzehntelanger Praxiserfahrung effizient und alltagstauglich. Als Unterstützung anderer erneuerbarer Energiequellen kann Biogas das Potenzial der Energiewende und einer klimaneutralen Energieversorgung weiter voranbringen.

4.8 Was ist der Unterschied zwischen Biogas und Biomethan?

Biomethan bezeichnet aufbereitetes Biogas, welches einen Methananteil von mindestens 98% aufweist und somit ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Insbesondere große Biogasanlagen oder Zusammenschlüsse mehrerer Anlagen speisen ihr aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz, da die daraus möglichen Strom- und Wärmemengen lokal nicht sinnvoll genutzt werden können. Das Biomethan kann bilanziell aus dem Gasnetz bezogen werden, sodass an einem Standort ohne den Aufbau einer eigenen Biogasproduktion, Biomethan genutzt werden kann.

5. Wie geht es weiter?

5.1 Wie geht das Projekt weiter?

Die Erschließung des Netzes beschränkt sich auf folgende Gebiete: Erschliessungsgebiete

5.2 Wo bekomme ich weitere Informationen?

Telefon
Josef Wolbring:

+49 170 2081865

Das Nahwärmenetz wird in Zusammenarbeit mit der Energethik Ingenieurgesellschaft umgesetzt. Auf der Internetseite der Energethik Ingenieure finden Sie weitere wertvolle Informationen zu den Themen Speicherkraftwerk und Nahwärmenetze.

Regional

  • Regionale Wärmeerzeugung und Verbrauch
  • Keine Brennstoffimporte
  • Regionale Wertschöpfung

 

Nachhaltig

  • Sie leisten Ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende
  • Wärme aus fossilen Brennstoffen wird ersetzt
  • hohes Einsparpotenzial
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • CO2-Einsparung

Sicher

  • Wärmebezug ist komfortabel, versorgungssicher und einfach
  • kein Brennstoff, keine zusätzliche Technik
  • Preisstabilität
  • Wartungsfrei, kein Schornsteinfeger
  • keine Kosten-Überraschungen
  • kein Ausfall, um den Sie sich kümmern müssen
  • Kein COPreis

Erschließungsgebiete

Haben Sie noch Fragen?
Rufen Sie uns an!

Melden Sie sich jetzt an und nehmen Sie die Vorteile eines Wärmenetzanschlusses wahr!

7 + 1 =

Warum Sie mitmachen sollten!

Durch geringe Investitionskosten sichern Sie sich einen günstigen und stabilen Wärmepreis. Es entstehen keine Wartungskosten, es müssen keine Emissionen gemessen werden und auch der Schornsteinfeger
kann zuhause bleiben. Das Wärmenetz ist absolut sauber und es werden keine Brennstoffe
auf Lager gehalten. Zudem werden künftige gesetzliche Auflagen
hinsichtlich CO2-Emissionen sicher eingehalten.

    Eine gemeinsame Zukunft.

    Josef Wolbring - Geschäftsführer

    “Wir wollen den Menschen in der Umgebung eine zukunftssichere und Klimafreundliche Wärmezufuhr sichern”

    Martin Sammler - Energethik Ingenieure

    Die Energiewende braucht innovative und ehrgeizige Lösungen. Das Wolbring Wärmenetz bringt alles zusammen, was wir aus den Bereichen Technologie und Ethik für zukunftssicher halten.

    Robert Wasser - Energethik Ingenieure

    “Wir haben nur dann eine Zukunftsperspektive auf diesem Planeten, wenn wir es schaffen eine ethische Energieversorgung zu etablieren”